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Galerie Unser Gottesdienstraum

Die Kirche in der Ansicht von 2019, nachdem die neuen Bänke angeschafft worden sind. Vorne im Blick der Chorraum, in dessen Mitte ein dunkler Block markant hervorgehoben ist, der ein Kreuz sichtbar werden läßt. Davor ist ein massiver Abendmahlstisch (Altar) zu sehen. Die Prinzipalstücke, also Abendmahlstisch, Kanzel und Lesepult sind nach Entwürfen von Dirk Boländer und Jürgen Hülsmann (soan-architekten) aus kanadischem Ahorn gefertigt.

Der Abendmahlstisch ist ein quadratischer Corpus, der 144 cm in der Breite und Tiefe mißt. Die Idee für dieses Maß ist die biblische Zahlenkombination von 12 mal 12 mal 1000.  Die Höhe ist 84 cm, also eine Kombination aus 12 mal 7. Biede Zahlen spielen in der Bibel eine besondere Rolle. Die 12 Stämme/Söhne Israels finden sich in der Zahl der 12 Jünger wieder, die Jesus beruft. Die Zahl 7 steht für die Fülle und die Vollendung, sie erinnert an den siebenten Tag der Schöpfung im Schabbat. Es ist wohl kein biologischer Zufall, sondern ein theologischer Hinweis, dass die Prophetin Hanna, die am Eingang des Tempels wachte, 84 Jahre alt ist. Die Zahlen der Schrift haben im wahrsten Sinn des Wortes etwas zu "erzählen". 

Von diesen Erzählungen wollten wir im Kirchenraum profitieren und die Geheimnisse der allezeit offenen Bibel auf uns wirken lassen.

 

 

Eine besondere Herausforderung für die Kirchen- und Raumgesatltung ist die Beleuchtung. Als Dirk Boländer die Idee mit den einzelnen Birnen seinerzeit im Presbyterium vorstellte, stieß das Demonstartionsobjekt zunächst auf Verwunderung.... Aber wir konnten es uns vorstellen. Nun gehört der Lichterkranz zu den besonderen Highlights der Kirche.  Wie  die Sterne am Firmament hängen die Leuchten am Kirchendach und fallen herunter,  ohne zu fallen.  Einzelnes, auf alle Fälle für sich gehalten und in der Kirche zu einer leuchtenden Gemeinschaft vereint... "Ihr seid das Licht der Welt" - sagt Jesus zu seien Jüngern.

 

Es zeigt sich hier: Der Tisch ist aus zwei Elementen zusammengefügt. Der aufliegende "Block" soll das durch das Neue Testament erschaffene neue Gottesvolk reäräsentieren, das auf dem Grund des alten Gottesvolkes Israel und dessen Ersten und älteren, grundlegenden Testament "aufliegt". Ohne die Hebräische Bibel und Israel könnte sich die Kirche nicht verstehen. Die Heiden-(Christen) sind nach Paulus in den kostbaren Ölbaum eingepfropft, dessen Wurzel der Alte und unkündbare Bund Gottes mit Israel und dem jüdischen Volk bildet. Von dieser Basis her und auf dieser Grundlage lebt die Kirche.  Diese Beziehung soll an dem Tisch deutlich werden, an dem die Gemeinde das Abendmahl feiert, das in der Darstellung zweier Evangelien deutlich an das jüdische Pessachfest anknüpft.

Hinter dem Tisch ist deutlich das Kreuz erkennbar. Dieses Kreuz ist gleichsam aufgelöst. Es ist aus bleiverkleidetem Holz errichtet.  Das Blei symbolisiert die Schwere und Undurchdringlichkeit der Welt des Todes. Dieses Dunkle, Schwere und Unausweichliche des Todes ist durch die Auferweckung Jesu von den Toten aufgebrochen. Sein Kreuz ist der Durchbruch zum Leben. Durch das aufgehobene Kreuz hindurch sehen wir auf das kommende Leben.

Die erste und alte Schöpfung ist durch die 6 Kerzenleuchter repräsentiert. Jede Kerze steht für einen Schöpfungstag. Das, was Gott geschaffen hat, ist das Leben. Der Tod ist eine große Störung, biblisch gesehen weder etwas von Gott Verhängtes noch ein natürliches Phänomen, sondern eine Folge der Sünde.  Die Nacht der Sünde und des Todes wird nach christlichem Verständnis durch das Kreuz Jesu aufgehoben. Das Licht und das Leben, das jenseits des Todes und über diese Welt hinaus möglich ist, wird durch die Osterkerze symbolisiert, die neben dem Lesepult plaziert ist.

Gottesdienst unter Pandemie-Bedingungen: Abstand halten!

 

Die Friedenskirche in Büren von außen - Ansicht aus dem Norden

 

 

Die Friedenskirche aus dem Südosten betrachtet. Das Gemeindehaus, das sich im Westen der Kirche anschließt, wurde 1973/74 errichtet, weil der in die Kirche integrierte Gemeindesaal für die Größe der Gemeinde und ihrer Gruppen in den 1960er Jahren nicht mehr ausreichte. Der "alte Gemeinderaum", der durch eine Falttür vom Kirchenschiff getrennt war, ist im Zuge der Renovierung 2005 nähe an die Kirche herangerückt: durch einheitlichen Fliesen auf dem Boden und die Verlängerung der Kirchenwand. Eine mobile Trennwand, die bei großen Gottesdiensten wie zu Weihnachten oder Konfirmationen ausgebaut wird (oder jetzt wegen der Pandemie), trennt den Vorraum der Kirche vom eigentlichen Kirchenschiff.

 

 

 

Zum Hintergrund: die Planungen für den Bau einer Kirche

 

Das erste Mal ist von einer Kirche in Büren in einer Aktennotiz aus dem Jahre 1950 die Rede. Der von den Klöckner-Werken beauftragte Architekt für die Siedlung in Büren, Herr Eugen F. Meyer, notiert am 16. Januar 1950, „daß vor der Genehmigung unseres Projektes (Siedlung in Büren) und der weiteren dortigen Planungen erst die damit verbundenen Fragen, wie Errichtung einer Schule, Kirche, Wasserversorgung mit den zuständigen Stellen geklärt werden müssen, da der Ort Wersen zu weit entfernt ist und das nahe Eversburg zum Land Niedersachsen gehört.“ 

Bereits in den frühesten Planungen ist also der Bau einer Kirche für den Ortsteil Büren im Blick. Zunächst werden allerdings ab dem 1. Juni 1950 in mehreren Bauabschnitten die Siedlungshäuser auf dem Gebiet der früheren Klärteiche des Piesberges errichtet.

Im Jahre 1953 wird dann vom Presbyterium in Wersen der Plan einer neuen Kirche weiter verfolgt. So heißt es in den Verhandlungen des Presbyteriums der Kirchengemeinde Wersen bereits am 28. März 1953, daß im Gemeindebezirk Büren eine Kirche mit einem Gemeindesaal und einigen anderen Nebenräumen gebaut werden soll.

Interessant ist, daß als Grund- und Vorlage für die Planungen der Bürener Kirche eine bereits fertig gestellte Kirche diente, und zwar die Kirche in Stromberg bei Beckum. Der Kostenrahmen der neu zu errichtenden Kirche mit Gemeindesaal, in dem zunächst auch eine Küsterwohnung vorgesehen war, sollte sich in etwa zwischen 65.000 und 70.000 DM bewegen. Grundlage für den Kirchenbau ist eine Verabredung des Presbyteriums, daß die Kirchengemeinde Wersen das Grundstück beschaffen werde und 20.000 DM zur Verfügung stellt. 45.000 bis 50.000 DM sollen von der Landeskirche und der Kreissynode erbeten werden.

Nach diesen Beschlüssen tritt die Kirchengemeinde Wersen mit dem Landwirt Johanntobüren in Verhandlungen über einen Grundstückstausch, die Ende April 1953 zu einem Ergebnis führen. Der Bauplatz steht nunmehr zur Verfügung. Nachdem die Landeskirche am 1. Juni 1953 eine Beihilfe von 35-40.000 DM zugesagt hat, könnte der Bau beginnen. Allerdings werden die ursprünglichen Pläne dahingehend abgeändert, daß die Integration einer Küsterwohnung in den Neubau aufgegeben wird. Als Nebenräume zu Kirche und Gemeinderaum bleiben noch vorgesehen: „Keller für Heizung und Heizmaterial, Tee- und Kaffeeküche, Klosettanlagen“.

Außerdem werden gegenüber der Vorlage des Kirchenbaus in Stromberg einige Änderungen vorgenommen. So erscheint der dortige Gemeindesaal in den Ausmaßen von 5 mal 5,05 Metern zu eng und zu klein. In Büren soll er die Maße von 7,30 mal 6 Metern aufweisen. Die Sakristei, die in der Stromberger Kirche im Gebäudekomplex integriert ist, soll wegfallen und außen an die Kirche angebaut werden „als Blickfang“ – wie es in den Unterlagen heißt.

Außerdem wird festgestellt: „Der Altar soll nicht an die Wand gesetzt werden, damit man herumgehen kann“.

Weil aber auch der Chorraum anders als in der Stromberger Kirche nicht eckig, sondern in der bekannten Form gerundet errichtet wurde, konnte der Altartisch gar nicht direkt an die Wand gesetzt werden. Andererseits konnte man sich wegen der geringen Entfernung von nur 3,80 m zwischen der Wandrundung und der Stufenanlage sowie bei einer Altarbreite von 70 cm auch nicht um den Altar versammeln. Zu eng war  da auf der nach hinten durch die Wand und nach vorn durch die Stufen begrenzte Raum.

Die Umsetzung der Pläne verzögert sich im Herbst 1953, weil das zuständige Kreisbauamt des Kreises Tecklenburg die Kirche am vorgesehenen Ort nicht genehmigen will, so daß „nicht mehr damit zu rechnen ist, daß der Rohbau in diesem Jahr (1953) noch fertig wird“.

Über die Hintergründe der verweigerten Baugenehmigung schweigen die Quellen. Gleichwohl wird im Hintergrund weiter geplant, wie sich folgender Notiz entnehmen läßt: „Die Fenster (des Kapellenneubaus in Büren) sollen dem Formengewölbe angepaßt werden und oben gerundet abschließen.“

Warum dieser Beschluß des Presbyteriums der Wersener Kirchengemeinde nie umgesetzt wurde und die Fenster heute so eckig sind wie wir sie kennen, ist nicht mehr ausfindig zu machen. Jedenfalls steht am 30. Mai 1954 fest: „„In Wersen-Büren soll eine Kirche gebaut werden nach dem Entwurf des Kirchenbauamtes in Hagen. Zwischen Kirchraum und dem dahinterliegenden Gemeindesaal soll eine Faltwand eingebaut werden. Das Kirchenbauamt soll gebeten werden, baldmöglichst baureife Zeichnungen zu diesem Entwurf anzufertigen. Die Zeichnungen von Kirchenbaurat Möller-Thökes datieren vom Juni 1954. Drei Monate später am 12. September 1954 erfolgt die Grundsteinlegung am Kirchweg. Über den Verlauf der Bauarbeiten gibt es keine Erkenntnisse. Klar ist, daß 15 Monate nach der Grundsteinlegung im September 1954 die neu errichtete Friedenskirche am 2. Sonntag im Advent des Jahres 1955, - es ist der 4. Dezember -  in einem feierlichen Gottesdienst durch den Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Herrn D. Wilm, der Gemeinde übergeben wird.